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Künstlerisches Handeln im öffentlichen Raum
RaumStrategien
Gesprächsreihe der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Dienstag 19.00 Uhr
GLS-Sprachschule, Kastanienallee 82,10435 Berlin
U2 Bahnhof Eberswalder Straße, Tram 12 + M1 Schwedter Straße
Die Umgebung ist ein zentrales Motiv des künstlerischen Handelns im öffentlichen Raum. Die interpretatorische Wirkung der Umgebung auf ein Kunstwerk und die Rückwirkung des Kunstwerks auf seine unmittelbare Umgebung wurde lange unterschätzt. Das Selbstgespräch autonomer Kunstwerke - wie z.B. „drop sculptures“ - ist einer lebendigen Kommunikation unterschiedlichster „context.switches“ gewichen. Verschiedenste Zeiten, Orte, Texte, Bilder, Werke, Institutionen, und Medien treffen auf unwahrscheinliche Weisen zusammen und interpretieren sich gegenseitig neu.
Produktive Unterscheidungen und Kontexte werden von den Vortragenden in Betrieb genommen: Christian Hasucha macht in seinen Arbeiten den Unterschied zwischen „hier“ und „dort“, Thorsten Goldberg lässt einen Vorhang von „da“ nach „weg“ wandern, Miguel Rothschild verschränkt Avantgarde und Alltag, Heike Klussmann sieht von „drinnen“ nach „draußen“, Franka Hörnschemeyer vollzieht einen Betrachterwechsel von „oben“ nach „unten“, und die Reinigungsgesellschaft unterscheidet zwischen Kunst und Gesellschaft.
Durch die künstlerische Arbeit im öffentlichen Raum formt sich die Situation vor Ort in neuer Weise. Die Präsentationen und Vorträge beleuchten die Bezüge zwischen den künstlerischen Strategien und ihren vielfältigen räumlichen Umgebungen.
Das Programm Oktober 2009 - Januar 2010:
20.10.09, Christian Hasucha, Lounge
"Ausgerechnet hier" unterbrach ich. "Man kann
nie wissen - " sagte er, "hier traf ich Herrn Kurtz!"
03.11.09, Thorsten Goldberg, Raum 123,
„switch position“
17.11.09, Miguel Rothschild, Lounge
„Kunst Reloaded“
15.12. 09, Heike Klussmann, Lounge
12.01.10, Franka Hörnschemeyer, Lounge
„unten und oben“
26.01.10, Reinigungsgesellschaft, Lounge
Die (Re)Sozialisierung der Kunst
Programmgestaltung:
KHB: Maren Strack und Fritz Balthaus
In Kooperation mit dem Büro Kunst im öffentlichen Raum
(Kulturwerk des bbk berlin GmbH)
und dem Amt für Kultur und Bildung Pankow.
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Di, 20.10.2009
Christian Hasucha
"Ausgerechnet hier" unterbrach ich. "Man kann nie wissen - " sagte er, "hier traf ich Herrn Kurtz!"
Christian Hasucha ist ein Künstler, der mit seinen Interventionen und Stadt-Implantaten den öffentlichen und sozialen Raum befragt und irritiert. Durch seine Eingriffe werden spezielle Orte des öffentlichen Raumes markiert und wahrnehmbar; häufig handelt es sich bei seinen künstlerischen Experimenten um temporäre Aktionen. Man kann Hasuchas interventionistisches Vorgehen im Sinne eines kritischen Gegenentwurfs zum Bestehenden begreifen oder als Form des Spiels mit den Potentialen des öffentlichen Raums.
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Di, 03.11.2009
Thorsten Goldberg
„switch position“
Thorsten Goldberg hat zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum realisiert, die sehr unterschiedliche visuelle wie auditive Sprachen sprechen. Das sind skulpturale, mediale ebenso wie performative Arbeiten, die subtil als Gebrauchsgegenstände in einem intellektuellen Sinne fungieren und mit augenscheinlicher Naivität oftmals ironische Kommentare der Situation sind. Seine künstlerische Position lässt sich als Platz "zwischen den Stühlen" beschreiben.
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Di, 17.11.2009
Miguel Rothschild
„Kunst Reloaded“
Im Rahmen der Veranstaltung Kunst reloaded werde ich neuere Arbeiten von mir zeigen, die einen gemeinsamen Nenner haben: die Auseinandersetzung mit bekannten Werken aus der Kunstgeschichte und ihre Positionierung in einem neuen Kontext.
Revolution reloaded: In einem zweiten Schritt wird es um Kunst im öffentlichen Raum gehen. Im Rahmen des Kunstwettbewerbs Ein Denkzeichen für Rosa Luxemburg (2005) haben die Schriftstellerin María Cecilia Barbetta und ich den Satz Rosa Luxemburgs »Ich bin für Luxus in jeder Gestalt« aus seinem ziemlich harmlosen Kontext entnommen; daraus ist die Idee für ein Modelabel namens Rosa de Luxe entstanden. Die Marke sollte dazu dienen, aus der historischen Figur Rosa Luxemburg ein Mythos des Alltags werden zu lassen, ihr Gesicht und ihre Denkweise sollten à la Che Guevara vermarktet werden.
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Di, 15.12.2009
Heike Klussmann
Berlin Alexanderplatz Kaufhof Reverse
und Filmstill aus "That's the way I like it", DV, 7:00, 2005
Am 30. April 2005 versteigert der Kaufhof, ehemals Zentrum Warenhaus, seine eigene Fassade auf dem Alexanderplatz, Berlin.
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Di, 12.01.2010
Franka Hörnschemeyer
„unten und oben“
Dresdner Abgründe
Diskussion um Franka Hörnschemeyers Projekt für das Dresdner „Seetor“
Als ob die Aberkennung des Kulturerbestatus Dresdens nicht schon peinlich und imageschädigend genug wäre, bereitet man nun eine weitere Provinzposse vor: Teile des Stadtrats diffamieren das Projekt „Trichter“ der Berliner Künstlerin Franka Hörnschemeyer und wollen die demokratisch beschlossene Realisierung der Installation verhindern. Dabei beschimpfen die Kommunalpolitiker und die „Dresdner Morgenpost“ das geplante öffentliche Werk der Künstlerin, die als Professorin an der Bremer Hochschule für Künste lehrt, als „Klo-Kino“ und „Fäkalkunst“. An dem internationalen Wettbewerb, den die Stadt 2003 veranstaltete, nahmen 520 Künstler teil. Von der überregional besetzten Fachjury wurde Franka Hörnschemeyers Entwurf schließlich ausgewählt. Das mittlerweile überarbeitete Konzept sieht eine aus Kanalklinkern gemauerte Treppe vor, die durch eine Trichterform aus Beton in den Untergrund führt. Am Ende der Treppe steht man vor einer monumentalen Glasscheibe, die einen Blick auf das beleuchtete Abwasser-Kanalsystem der Stadt ermöglicht. Oberirdisch bildet der Trichter eine große Brüstung, von der die Treppe vollständig einsehbar ist. Diese Arbeit ist sowohl begehbare, skulpturale Installation wie auch raumgreifende, architektonische Konstruktion.
Text von Hubertus Butin aus artnet
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Di, 26.01.2010
Reinigungsgesellschaft
Die (Re)Sozialisierung der Kunst
REINIGUNGSGESELLSCHAFT (RG) steht für eine Kunstpraxis, die sich als gesellschaftliches Dialogfeld versteht. In den Projekten werden Interventionen und Kooperationen der Bereiche Kunst, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft modellhaft erprobt. Inhaltlich geht es um eine Auseinandersetzung mit der Demokratieentwicklung und den Perspektiven der Arbeitsgesellschaft. Die REINIGUNGSGESELLSCHAFT begreift zeitgenössische Kunst als Katalysator für einen gesellschaftlichen Prozess.