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Crossing Borders: Künstlerisches Handeln im öffentlichen Raum
Gesprächsreihe des Studiengangs Raumstrategien der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Dienstag 19.00 Uhr
GLS-Sprachschule, Kastanienallee 82,10435 Berlin
U2 Bahnhof Eberswalder Straße, Tram 12 + M1 Schwedter Straße
Die Vortragsreihe widmet sich verschiedenen Möglichkeiten raumwirksamen und taktischen Handelns von Kreativen in einem von zunehmender Multi- und Inter- kulturalität geprägten städtischen Raum. Die Referentinnen und Referenten stellen Projekte vor, die an der Schnittstelle zwischen bildender Kunst, Urbanistik, Plastik und sozialer Kommunikation stehen. Formale und konzeptionelle Grenzüberschreitungen charakterisieren diese künstlerischen Positionen. Sie stellen das konventionelle Verständnis von Kunst im Stadtraum in Frage und öffnen den Blick für einen zukunfts-weisenden Austausch. Sie geben Anlass zur Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen kreativer Umdeutungen, Aneignungen und Transformationen öffentlicher Räume.
Programmgestaltung:
KHB: Maren Strack und Dr. Michael LaFond
In Kooperation mit dem Büro Kunst im öffentlichen Raum
(Kulturwerk des bbk berlin GmbH)
und dem Amt für Kultur und Bildung Pankow.
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Programm April - Juli 2009
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Di, 21.04.2009
Seraphina Lenz
"Das Pferd im Park - von der Möglichkeit, öffentliche Orte zu verwandeln"
19 Uhr, Raum 112
Die künstlerische Arbeit von Seraphina Lenz ist die Gestaltung von Stadträumen.
Das setzt sowohl planerisches Vorgehen wie auch Eingehen auf die Menschen und ihre Umgebung voraus. Seit 2003 arbeitet sie über einen vereinbarten Zeitraum von zehn Jahren, kontinuierlich mit dem Carl-Weder-Park im südlichen Neukölln. Anlass der Einladung dazu war ein städtebaulicher Eingriff: Der innerstädtische Ausbau der A 100 erforderte einen Tunnel. Dazu wurden alle Häuser einer Straßenseite abgerissen. Auf dem Deckel des Tunnels wurde eine 300 Meter lange Grünfläche angelegt.
Für diese Situation entwickelte Seraphina Lenz das partizipatorische Projekt "Werkstatt für Veränderung". Sie arbeitet mit Interventionen, die jeden Sommer das Parkleben verändern. Die Aktionen sind genau geplant – und rufen oft ungeplante Reaktionen hervor. Aus dieser Spannung entwickelt sie den Dialog, der die langjährige Arbeit an einem Ort besonders macht. Pläne müssen dank unerwarteter Ereignisse geändert werden. Das können ebenso Zerstörung und Ablehnung wie vielfältige konstruktive Impulse der Anwohner sein. Menschen erzählen Geschichten, nutzen den Ort als Bühne, treten auf. So entwickelt sich das Projekt fortwährend weiter.
In dem Vortrag stellt Seraphina Lenz anhand von Beispielen aus ihrer künstlerischen Praxis partizipatorische Prozesse in unterschiedlichen Kontexten zur Diskussion.
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Di, 05.05.2009
Alex Arteaga
"Sensuous framing. Eine transformationsorientierte ästhetische Strategie"
19 Uhr, Lounge
Unter dem Begriff sensuous framing bezeichnet Alex Arteaga eine Gestaltungsstrategie, die durch die gezielte Modifikation der Bedingungen der Wahrnehmung bewussten Zugang zur ihren konstituierenden Prozessualität ermöglicht und somit dazu beiträgt, individuelle und gesellschaftliche Transformationsprozesse anzukurbeln.
In dieser Präsentation werden die konzeptuellen Grundlagen sowie konkrete Realisierungen dieser Strategie vorgestellt.
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Di, 19.05.2009
Künstlerinnengruppe msk7
"Temporäre Ereignisse im öffentlichen Raum"
19 Uhr, Lounge
Die Gruppe msk7 ist eine Arbeitsgemeinschaft, die temporäre Ereignisse im öffentlichen Raum realisiert. Sie arbeitet seit 2004 zusammen und setzt sich aus sieben Künstlerinnen - sechs ständigen Mitgliedern und projektbezogenen Gästen - zusammen.
Konkrete Situationen und Fragestellungen nimmt die Gruppe als Anlass für einen offenen Arbeitsprozess und agiert vor Ort im Spannungsfeld von historischen und gegenwärtigen Bezügen.
msk7:
Mona Babl, Christine Berndt, Kati Gausmann, Ricarda Mieth, Ulrike Mohr, Anja Sonnenburg + Gäste
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Di, 02.06.2009
Farida Heuck
"Global Immigration Service"
19 Uhr, Lounge
Als bildende Künstlerin hat sich Farida Heuck immer wieder mit dem Spannungsfeld von Kunst und Politik auseinandergesetzt. Neben Präsentationen in Ausstellungsräumen hat sie einige Projekte im Stadtraum und in öffentlichen Gebäuden z.B. in Behörden realisiert.
Seit mehreren Jahren beschäftigt sie sich mit Darstellungen, Ursachen und Formen von Migration und Grenzüberschreitung. Sie begreift Grenzüberschreitung auch als Mittel, Möglichkeiten des Transfers und der Kooperation zwischen Kunst, Wissenschaft und politischem Aktivismus auszuloten. Ihre multimedialen, orts- und kontextspezifischen Installationen versteht sie als Schnittstelle zwischen den Bedingungen und der medialen Repräsentation von Migration. Ihr Fokus liegt auf den Veränderungen der Einwanderungskontrolle und der „Sortierung“ von MigrantInnen entlang wirtschaftlicher und bevölkerungspolitischer Interessen. Farida Heuck entlarvt in ihren Projekten die staatliche Verwaltung von Migration als eine von jeweils anderer politischer Vorstellung geleitete Technik des Regierens. Das Schaffen von Utopien, um damit auf reale Zusammenhänge zu verweisen, ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Verfahrensweise.
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Di, 16.06.2009
Pia Lanzinger
"Urbanistische Probebohrungen"
19 Uhr, Lounge
Pia Lanzinger beschäftigt sich in ihren künstlerischen Arbeiten mit Raumkonzepten und untersucht Strukturen des öffentlichen Raums ebenso wie private Wohnarrangements oder Stadt- und Wohnarchitekturen. Ihre interaktiven Aktionen, Installationen, Videos und fotografischen Arbeiten analysieren (post-)moderne Lebens-, Arbeits- und Geschlechterverhältnisse und lenken den Blick auf narrative Verfahren der individuellen wie kollektiven Verortung in einer Landschaft heterogener Kontexte. Zeitgenössische Identitäten werden dabei als fragile Konstruktionen
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Di, 30.06.2009
Karin Rosenberg
"Das Fremde im Kontext der Urbanität"
19 Uhr, Aula
Karin Rosenberg entwickelt ihre konzeptuellen Installationen sowohl für Ausstellungsräume wie auch für den öffentlichen Aussenraum. Die Frage nach der Offenheit oder Geschlossenheit von Räumen, nach dem "Fremden", nach Zugehörigkeit, Teilhabe und berechtigter Anwesenheit bestimmt ihre Arbeiten weitgehend. Mit scheinbar wissenschaftlichen Ordnungssystemen zeigt sie, dass jede Art der Klassifizierung und Zuordnung immer auch Abgrenzung beinhaltet und in der Folge über Platzbehauptung bzw. Platzverlust entscheidet. Naturelemente werden in ihren Arbeiten häufig als Protagonisten für den Menschen eingesetzt und so werden in verschlüsselter Form gesellschaftlichspolitische und sozial relevante Themen reflektiert.
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Di, 14.07.2009
Peter Kees
"Behelfsaktionen oder Umgang mit Realität"
19 Uhr, Lounge
Peter Kees arbeitet als Chronist und Vermesser gesellschaftlicher und menschlicher Phänomene. Seine Arbeit thematisiert Momente kollektiver wie subjektiver Grenzerfahrung, die er konzeptionell wie formal-ästhetisch in sein Werk einbindet.
Der 2006 zum Botschafter Arkadiens berufene Künstler stellt in seinem Vortrag Arbeiten vor, die kulturelle Sehnsüchte und Gegebenheiten spiegeln: Fragen nach Identität, nach Lebensweisen oder –möglichkeiten oder nach dem Wunsch einer besseren Welt.