Das Labor für Interaktive Technologien – kurz: eLab – ist als experimentelle, fachgebietsübergreifende Forschungsplattform angelegt, um den gestalterischen und künstlerischen Diskurs zur Rolle und den Möglichkeiten der Medien- und Informationstechnologien zu explorieren.

Diese Technologien halten Einzug in immer mehr Lebensbereiche: Nach einer Phase digitaler Abstraktion, die von Bildschirm und Maus dominiert wurde, wendet sich eine ausgereiftere, digitale Technologie wieder konkreten, greifbaren Dingen zu. Dies ändert die Wahrnehmung von und den Umgang mit Artefakten fundamental: Artefakte entwickeln eine zusätzliche mediale Dimension, sind vernetzt, haben ein Gedächtnis oder sind gar intelligent. Digitaltechnologie wird wieder anfassbar und diese neoanaloge Greifbarkeit muss gestaltet werden. Nicht die technische Innovation, sondern vor allem intuitive und plausible Formen der Interaktion entscheiden über den Erfolg dieser neuen Konzepte – sei es im Bereich der Informationsvermittlung, des Produkt-Designs oder auch der intelligenten Textilien.

Die Anforderungen an die Gestaltung werden entsprechend anspruchsvoller. Sie muss neben der Gestaltung der Physis, des physischen Nutzungskontextes und der visuellen Erscheinung auch die hochkomplexen und zunächst unsichtbaren Funktionen und Eigenschaften, die diese neuen Produkte annehmen oder bereitstellen können, für den Nutzer erfahrbar und handhabbar machen. Hat sich seit einiger Zeit die Einsicht durchgesetzt, dass Gestalter bei der Entwicklung der Physis von Produkten, bzw. der grafischen Erscheinung eine essentielle Rolle spielen, so bildet sich nun langsam die Erkenntnis heraus, dass komplexe Nutzungsprozesse ebenso sorgfältig gestaltet werden müssen, dass sie eine ästhetische Dimension besitzen und somit entscheidend zum Erfolg eines Produktes beitragen. Für den Hochschulkontext bedeutet dies, dass neben den klassischen Simulations- und Modellbautechniken für die es entsprechende Werkstätten gibt, eine neue Infrastruktur benötigt wird, die es ermöglicht “Hard- und Software Sketches” zu erstellen. Das eLab ermöglicht es, Produkt-, Funktions- und Interfacekonzepte durch elektronische Mockups prototypisch zu überprüfen und die Interaktionszenarios entsprechend empirisch-iterativ zu verfeinern.

Die fachgebietsübergreifende Konzeption des eLabs stellt sicher, dass innovative Entwicklungen, die ja oftmals genau zwischen den klassischen Fachgebieten liegen, gesehen und thematisiert werden. Schwerpunkt ist die experimentelle Erforschung, Entwicklung und Gestaltung physischer Interfaces, so z.B. interaktive Produkte und Umgebungen, interaktive Exponate und Medienfassaden, Wearable Computing, aber auch die Gestaltung und Umsetzung von Softwareanwendungen wie z.B. webbasierten, mobilen Applikationen. Um physische Artefakte, die die Elektronik beherbergen können, zu generieren, arbeitet das Labor für Interaktive Technologien eng mit der Rapid Prototyping-Werkstatt der KHB zusammen.

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