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Diplom- und Meisterschüler 2011

Plakat, vorn -
Plakat, vorn
Plakat, hinten -
Plakat, hinten
Sophie Reinhold - 
O.T., 55x35, 2011
Sophie Reinhold
Klaus Schiffermüller - 
soon, 2011
Klaus Schiffermüller
Klaus Schiffermüller - 
soon, Übersicht, 2011
Klaus Schiffermüller
Andrés Galeano - 
Untitel, A4, pencil on paper, 2008
Andrés Galeano
Andrés Galeano - 
el canto del Harzer Roller, 2011, 3-Channel-Installation

Text von: Creixell Espilla-Gilart, Kuratorin Destino:Berlin, Künstlerhaus Bethanien, Juni 2011
 
Über „El Canto del Harzer Roller“, 3 Canales Video Instalación.
 
Andrés Galeano zeigt uns eine Video-Performance, in der er den Gesang des Kanarienvogels Harzer Roller nachahmt, wobei er sich an die festgelegten Parameter der Preisrichter des spanischen Kultur-Ornithologenverbandes für Wildvögel hält. Dieser Verband koordiniert eine der pittoreskesten Leidenschaften des spanischen Mannes: die des “Vogelhändlers” (der “pajarero” oder “ocellaire” auf katalanisch), die darin besteht, die Vögel für Singwettbewerbe zu fangen, aufzuziehen, abzurichten und zu pflegen.
Die Anhänger dieser Aktivität, genannt “silvestrismo”, treffen sich mit ihren Vogelkäfigen auf den Dorfplätzen, um Erfahrungen und Wissen auszutauschen und gemeinsam ihre Vögel zu trainieren. Bei den Wettbewerben, die vom Verband organisiert werden, entscheiden Richter über die Qualität des Vogelgesangs. Es gibt sogar einige phonetische Normen, die den Preisrichtern helfen, eine Entscheidung zu treffen.
Der Künstler beruft sich auf diese phonetischen Transkriptionen, um den Vogelgesang nachzuahmen. Der Rhythmus des Vogels ist zehnmal schneller als der des Menschen. Mit Hilfe von Technologie beschleunigt Andrés Galeano seinen eigenen Gesang analog zum Vogelgesang und erreicht damit eine fast perfekte Imitation. Darüber hinaus, bewegt sich der Künstler wie ein Vogel. Seine Bewegungen sind nicht willkürlich, sondern perfekt einstudiert: Andrés hat die Bewegungen der Vögel minutiös beobachtet. Hierbei entsteht ein Doppeleffekt: im Monitor bewegt sich und klingt ein Mensch wie ein Vogel, wie ein Kanarienvogel Harzer Roller, um genauer zu sein. Sich in einen Vogel verwandeln, um den Himmel zu durchfliegen: dies wäre eine der möglichen Interpretationen des Stückes, begründet auf dem Urtraum vom Fliegen. Aber das wäre zu einfach. Andrés Galeano zeigt uns einen Vogel-Mensch, im Monitor eingesperrt, vertieft in seinen Gesang. Ebenso wie die Modelle, die er nachahmt, ist der Tenor nicht frei, sondern dazu verurteilt, endlos lang zu singen. Der Mensch entzieht dem Vogel die Freiheit, indem er ihn einsperrt, um sich an der ästhetischen Erfahrung seines Gesangs zu erfreuen. Das menschliche Bestreben, die Natur zu kontrollieren, ist das eigentliche Thema dieses Stücks. Ein Bestreben, das noch älter als der Wunsch zu fliegen ist. Die phonetische Transkription des Gesangs, die Wettbewerbe, die Richter: Das ganze System hat nur eine Funktion, nämlich die, dieses Kontrollbestreben zu legitimieren. Dennoch ist gewiss, dass diese Kulturvereinigungen das Überleben vieler Vögel, die in ihrer natürlichen Umwelt bedroht sind, garantieren. Zudem hat die Tatsache, dass viele dieser Vereinigungen sich in Städten befinden, einen kuriosen Nebeneffekt: fast alle “pajareros” sind Rentner, und dank dieses Hobbys bleiben sie in Bewegung und treffen sich mit anderen Anhängern des Gesangs. Die ästhetische Erfahrung - die gleiche, die dazu führt, den Vogel einzusperren - vereint sie als menschliche Wesen. Es ist eine pittoreske soziale Therapie, von großer philosophischer Fracht.

Video hier zu sehen: 
http://www.andresgaleano.eu
Andrés Galeano
Andrés Galeano - 
Performance Carduelis Carduelis, 2011
Andrés Galeano
Andrés Galeano - 
2010, Ni pío, Performance by Andrés Galeano
Andrés Galeano
Shira Wachsmann - 
Käfig, SW
Shira Wachsmann
Shira Wachsmann - 
Center 1
Shira Wachsmann
Julia Beck - 
Zeichnung,70x100 cm,
Julia Beck
Julia Beck - 
Zeichnung,70x100 cm,
Julia Beck
Elio Alfano -
Elio Alfano
Betti Scholz -
Betti Scholz
Betti Scholz -
Betti Scholz
Maria Margarethe -
Maria Margarethe
Yvonne Andreini - 
Kopf mit Dreiecken, 2011, 140 x 100 cm Tusche auf Leinwand
Yvonne Andreini
Rocco Berger - 
o.T., 2007
courtesy the artist
Rocco Berger
Rocco Berger - 
somethingaboutme, 2011
courtesy the artist
Rocco Berger
Rocco Berger - 
made in china, 2010 
courtesy the artist
Rocco Berger
Klaas Hübner - 
http://www.matchees.blogspot.com
Klaas Hübner
Klaas Hübner - 
http://www.matchees.blogspot.com
Klaas Hübner
Helene Hellmich - 
Stöcker
Helene Hellmich
Helene Hellmich - 
Ordnung
Helene Hellmich
Helene Hellmich - 
Haus auf Stelzen, 2009
Helene Hellmich
Helene Hellmich - 
Tische, Installation
Helene Hellmich
Katharina Lüdicke - 
Installation
„NATULIS’ Hütte, Bernauer Str., II“
verschiedene Materialien und zwei Werbetafeln, 2011

In ihrem jüngsten Projekt, NATULIS, Bernauer Straße, II (2011) greift Lüdicke noch einmal ganz explizit die Auseinandersetzung mit der städtebaulichen Veränderung Berlins auf. Eine in der Nähe des Mauerparks aufgestellte Werbetafel, auf der ein Bauvorhaben für weitere Townhouses an der Bernauer Straße angepriesen wird, diente hier als Grundgerüst einer einfach gezimmerte Nische mit Schlafplatz und Zeltdach. Der Kontrast zwischen luxuriösem Wohnraum versprechender Fassade und dem sich dahinter verbergenden Schutzraum könnte nicht größer sein. Über das hier vollzogene Détournement rückt die Arbeit vergleichbar mit der Utopischen Behausung (2009) eine städtebauliche Entwicklung innerhalb Berlins in den Fokus, die geradezu als Paradigma der hierzulande immer weiter auseinander klaffenden sozialen Diskrepanz gelten kann. Das Oszillieren zwischen dystopischer oder utopischer Fiktion und der gleichzeitigen Verortung in einem realen Hier und Jetzt hält Katharina Lüdickes Arbeiten in einer unauflösbaren Spannung. Ihre Projekte zielen zwar nicht primär auf konkrete bauliche Lösungen bestehender Probleme ab, vielmehr bleiben es vorrangig Tests. Doch ist deren Relevanz wiederum abhängig vom jeweiligen Zeitgeschehen.
Fiona McGovern
Katharina Lüdicke
Katharina Lüdicke - 
Installation
„NATULIS’ Hütte, Bernauer Str., II“
verschiedene Materialien und zwei Werbetafeln, 2011
Katharina Lüdicke
Katharina Lüdicke - 
Installation
„NATULIS’ Hütte, Bernauer Str., II“
verschiedene Materialien und zwei Werbetafeln, 2011
Katharina Lüdicke
Anastasia Mikhaylova -
Anastasia Mikhaylova
Anastasia Mikhaylova -
Anastasia Mikhaylova
Annika Putz - 
Die Gedanken sind frei
Annika Putz
Annika Putz - 
Halluzinaris elegans
Annika Putz
Annika Putz - 
Mädchen am See
Annika Putz
Annika Putz - 
O.T.
Annika Putz
Annika Putz - 
open diary individualia dis
Annika Putz
Annika Putz - 
redemption
Annika Putz
Annika Putz - 
Seliges Versprechen Dame
Annika Putz
Sandra Wieser -
Sandra Wieser
Sandra Wieser -
Sandra Wieser
Sandra Wieser -
Sandra Wieser
Sandra Wieser -
Sandra Wieser
Sandra Wieser -
Sandra Wieser
Sandra Wieser -
Sandra Wieser
Michel Aniol -
Michel Aniol
Michel Aniol -
Michel Aniol
Aleesa Vostiklap -
Aleesa Vostiklap
Aleesa Vostiklap -
Aleesa Vostiklap
Katharina Quecke - 
Stift, Tusche, Gouache auf Papier
Katharina Quecke
Katharina Quecke - 
Stift, Tusche, Gouache auf Papier
Katharina Quecke
Katharina Quecke - 
Stift, Tusche, Gouache auf Papier
Katharina Quecke
Katharina Quecke - 
Stift, Tusche, Gouache auf Papier
Katharina Quecke
Wolfgang Zandt - 
Bruch, 200x300

Die großformatige Malerei von Wolfgang Zandt bewegt sich im Wechselspiel zwischen ausgefeilten Realismen, klaren geometrischen Formen und Abstraktion bis hin zu absoluter Formauflösung. Flotter, gestischer Duktus bricht die Ruhe behutsam angelegter Lasuren, rein abstrakte Flecken, Farbverläufe und Setzungen durchbrechen realistische Gebilde.
Pastose Farbschichten reiben sich an hauchdünnen Lasuren, spröde Flächen konkurrieren mit haptisch absolut glatten Segmenten. Sämtliche Errungenschaften der Malerei werden in einen neuen Kontext eingeordnet und überprüft. 
Der Inhalt tritt immer wieder zugunsten purer Malerei und ihrer Vorrangigkeit in den Hintergrund und wird durch rein malerische Phänomene abgelöst. Die dabei entstehenden Momente der Abstraktion bzw. Formauflösung gewähren dem Betrachter zusätzlichen Interpretationsfreiraum.
Die Linien stürzen, Perspektiven verkürzen sich, aus Fläche wird Raum und hoffnungslos versuchen Schnittpunkte Ordnung zu  geben. Das Chaos, inhaltlich wie formal, breitet sich in ungezwungener Form auf der Leinwand aus.
Farbpartikel, Strukturen, Verläufe wollen Realistisches bilden, das im selben Moment zerfällt und übrig bleiben durch Auflösungserscheinungen dominierte Bildwelten, in denen ein Minimum an klaren Flächen und Ordnung dem Betrachter Momente des Ruhens und Verweilens gewähren, ehe er noch tiefer in den Sog der Zerstörung gezogen wird.
Farbpartikel, Strukturen, Verläufe wollen Realistisches bilden und wir sehen genussvoll zu, wie Zandt es einrichtet, dass das am Schluss nicht geschieht, sondern Farbe bleibt, Fragment und Rausch, also Bild oder, anders gesagt: Malerei.
Wolfgang Zandt
Wolfgang Zandt - 
Dämmerung, 200x290
Wolfgang Zandt
Wolfgang Zandt - 
Evolution, 200x280
Wolfgang Zandt
Wolfgang Zandt - 
Mikado, 200x300
Wolfgang Zandt
Marie Letkowski -
Marie Letkowski
Marie Letkowski -
Marie Letkowski
Marie Letkowski -
Marie Letkowski
Annett Stenzel -
Annett Stenzel
Annett Stenzel -
Annett Stenzel
Annett Stenzel -
Annett Stenzel
Matthias Wermke - 
Entscheidungen
Matthias Wermke
Kyoung Eun Gu - 
http://eunagu.tumblr.com
Kyoung Eun Gu
Skugga Gudlaugsdottir - 
To disappear by jumping in sand, 2011

Anwesenheit durch Abwesenheit, offensichtlich verschwunden. Nur die perfekte Verbindung von Material und Zeit kann den Beweis erbringen, die Reste die Momentes, die indirekte Geschichte
(Photographie)
Was im Bruchteil einer Sekunde aufgenommen wird ist der Beweis für das Konzept.
Ich will total verschwinden.
Skugga Guðlaugsdóttir, 2011
Skugga Gudlaugsdottir
Lucia Fischer -
Lucia Fischer
Bernhard Uhlig - 
Entzug, Installation, 2011


Bilder geben nichts preis. Sie schirmen das Unsichtbare vor mir, der ich, wie die Nacht selbst, dem Licht entweiche, welches, wie ich, sich dem Greifbaren entzieht und so jene Illusion erweckt, die als Realität aufscheint.

Die Installation „Entzug“ bestand aus Karton, einer Steckdose, Kabeln, sowie einem Transformator, der eine defekte Neonröhre ununterbrochen mit Stromimpulsen versorgte. Das Licht leuchtete in unbestimmbaren Abständen blitzartig auf und erzeugte derart ein fortdauerndes Flackern. Am Boden lag außerdem ein Foto-Steckalbum, dessen leere weißen Seiten Klarsichtfolie bedeckte.
Bernhard Uhlig
Bernhard Uhlig - 
Entzug, Installation, 2011


Bilder geben nichts preis. Sie schirmen das Unsichtbare vor mir, der ich, wie die Nacht selbst, dem Licht entweiche, welches, wie ich, sich dem Greifbaren entzieht und so jene Illusion erweckt, die als Realität aufscheint.

Die Installation „Entzug“ bestand aus Karton, einer Steckdose, Kabeln, sowie einem Transformator, der eine defekte Neonröhre ununterbrochen mit Stromimpulsen versorgte. Das Licht leuchtete in unbestimmbaren Abständen blitzartig auf und erzeugte derart ein fortdauerndes Flackern. Am Boden lag außerdem ein Foto-Steckalbum, dessen leere weißen Seiten Klarsichtfolie bedeckte.
Bernhard Uhlig
Bernhard Uhlig Entzug c.jpg -
Bernhard Uhlig Entzug c.jpg
Bernhard Uhlig Entzug d.jpg -
Bernhard Uhlig Entzug d.jpg
Bernhard Uhlig - 
Entzug, Am Kanal, 2011
Bernhard Uhlig
Bernhard Uhlig - 
Entzug, Umland, 2011
Bernhard Uhlig