Marco Kaufmann


Halina Rasinski

I got a feeling // Ein Bild bedeutet nicht mehr einfach Wirklichkeit. Es hat sich als Zeichen verselbständigt. Die digitalen Ströme verbinden sich nur noch mit sich selbst. Sie gehen eigene Wege, die leicht zu lesen, aber schwer zu entziffern sind, weil es keine konkreten Gedanken gibt. Es geht wie in der abstrakten Malerei und auch wie in der Musik um Rhythmus, um Gefühl. Hier beginnen die Bilder von Marco Kaufmann.

it’s automatic // Er ist ausgebildeter Grafikdesigner, er hat Malerei studiert, er liebt Japan und spricht Spanisch. Aber seine Bilder geben einem keine dieser Informationen zurück. Sie sind unverblümt und unbestechlich uneinsichtig. Sie gehören in ein unbekanntes Land. Das einer Kindheit, einer unbekannten Welt, von bewegten Bildern geschaffen, sich immer wieder neu erfindend.

I got a feeling // Er legt die Wellen von Farbe in seine Bilder als wären es Wasser von ungezähmter Lebendigkeit und hofft auf einen Ausweg aus dem Strudel des Lebens. Wenn man die Bilder nach langem wieder betrachtet, merkt man, dass sie größer geworden sind. Es gelingt dann, sich in ihnen zurecht zu finden, man fühlt eine Heimat. Aber man verlässt die Orte seiner Phantasie doch aufgewühlt. Man möchte protestieren gegen zuviel Freiwilligkeit, zu viel Opposition und zu flüchtige Linien. Und dann sieht man doch wieder einen Winkel, der zum Denken anregt, der einen zwingt, sich damit auseinander zu setzen, was man gerade in den Strömen gefunden hat.

it’s automatic // Oft ist es nur ein kleiner Strich rot oder eine kleine Fläche blau, die noch durch die Oberfläche des Schwarz und Violett schimmern. Es sind die Sedimente, die Marco aufgetragen hat wie das gespeicherte Wissen um die Bilder, die uns begleiten. Wie der Mantel des Prinzen unter dem Fell verbergen seine Bilder Spuren des Lebens.

it’s a physical feeling // Er stellt seine eigenen Regeln auf und wir müssen ihnen gehorchen, um nicht die Orientierung zu verlieren. Seine Kunst fesselt, weil sie von einer Welt spricht, die vorher so nicht da war.

I'm gonna change this city. (ZOOT WOMAN) // Halina Rasinski zur Malerei von Marco Kaufmann