Prof. Nanne Meyer


Statement

Zeichnen verstehe ich als Vermittlung zwischen Sehen und Denken,
Anschauung und Begriff. Als Zeichner hat man es stets mit drei
Welten zu tun: der wirklichen, der im Kopf und der auf dem
Papier. So gesehen ist Zeichnen ein Übersetzungsvorgang.
Interpretieren ist dabei unerläßlich. Zeichnen heißt also immer
auch, seine Haltung zur Welt transparent zu machen, Stellung zu
beziehen.

Wie Beobachtungen, Gedanken und Empfindungen zu Zeichnung werden
und durch Zeichnen selbst Ideen hervorgebracht werden, steht im
Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Dabei sind Umwege die Regel,
aber auch Regeln sind nicht von Dauer. Nichts steht fest,
Zeichnung ist Bewegung im Kopf und in der Hand.