Sommersemester 2012,

Chair Talk

Viele unserer Beziehungen finden heute nicht mehr direkt statt, sondern über größere Entfernungen. Oft sehen sich räumlich getrennt lebende Partner, Freunde oder Familienmitglieder lange Zeit nicht und sind auf die Kommunikation über Telefon, oder Internet angewiesen. Unser Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie man die virtuelle Kommunikation wieder in eine physische Kommunikation verwandeln kann.

 

Den Ausgangspunkt unseres Projekts bildet das „Medium“ des Stuhls. Stühle werden, ohne dass wir uns ihrer Funktionen durchgängig bewusst sind, ständig und zu den verschiedensten Zwecken in unserem alltäglichen Leben benötigt: zum Arbeiten, zum Zusammensitzen, zum Essen oder zum Ausruhen und so weiter. Insbesondere sind sie ein wesentlicher Bestandteil der direkten Kommunikation. Die Aufmerksamkeit für einen Kommunikationspartner und ein Thema ist erhöht, wenn man neben ihm oder ihm gegenübersitzt: Es entsteht eine andere Ruhe und Konzentration als wenn man in Bewegung ist, für den persönlichen, intensiven Dialog sind sie eigentlich unverzichtbar.

 

Die von uns entworfenen Hocker funktionieren wie zwei Kommunikationspartner, die virtuell miteinander verbunden sind. D.h., ein Stuhl steht zum Beispiel in Korea und der andere in Deutschland. Ihre Kommunikation findet nur auf der visuellen und der taktilen Ebene statt. Drucksensoren registrieren, wenn sich jemand auf den einen Stuhl setzt, woraufhin der andere, entfernte Stuhl beginnt, sich zu verformen und sich über drei Stufen entwickelndes Muster von Vertiefungen zu bilden. Die körperliche Anwesenheit der weit entfernten Person wird so über den Stuhl sichtbar und erfahrbar gemacht.

 

Den Stuhl als ein Element unseres traditionellen Lebensalltags in eine Welt der virtuellen Kommunikation einzubeziehen und ihn buchstäblich als Kommunikationsmedium zu benutzen, stellt einer- seits die physische Dimension aller Kommunikationsvorgänge her- aus, lässt sie andererseits aber auch in einem kuriosen, humor- vollen Licht erscheinen.

 

In einer zukünftigen High-Tech-Version sollte es auch möglich sein, die Verformung, die eine Person auf einem der Hocker er- zeugt, auf dem anderen exakt und in Echtzeit nachzubilden.

Teilnehmer Jaehee Choi, So Young Park
ProjektkategorieSemesterprojekt
Zwei finale Prototypen.
Zwei finale Prototypen.

Alle Rechte vorbehalten
Ergebnis
Ergebnis
Eine Person sitzt auf dem Hocker, woraufhin sich der andere Stuhl zu verformen beginnt und sich über drei Stufen zum entwickelten Muster vertieft.
Alle Rechte vorbehalten