Course Offerings

Prof. Dr. Gabriele Werner

Theory and History

Seminar (online)

Wir müssen über Männer reden!

Seminarankündigung

Wir müssen über Männer reden!

Dienstag 9:30h-11.00h und 16.00h-17:30h (Termine für Videokonferenzen)
überwiegend asynchrones Onlineseminar

Moodle-Code: Männ3r
Dieses Seminar beschäftigt sich mit Aspekten weißer Männlichkeit und ihrer Zurichtungen im „patriachal-kolonialen“, „technopatriachalen“ (Paul B. Preciado), neoliberalen Gesellschaften:

„Statt die traditionellen Ideale der Männlichkeit – physische Stärke, Macht und Selbstkontrolle – zu hinterfragen, die in der Ära ihrer Väter und Großväter noch Bestand hatten, klammern sich [sehr viele weiße Männer] daran, als ob die Lösung ihrer Probleme in mehr »Männlichkeit« läge. Aber kaum einer von ihnen ist noch der Beste in seinem Bereich, ist noch ein gefragter Experte oder gehört zu den Reichen und Mächtigen. Sie vererben die überholten Männlichkeitsideale und das alte Anspruchsdenken an ihre Söhne, und diese verspüren dieselbe wachsende Wut.“ (Kimmel)

Und nicht nur nebenbei (!), sollen die Themen verbunden werden mit theoretischen und methodischen Aspekten der bildbezogenen Visuellen Kommunikation. Sie werden aber feststellen, wie nützlich die Texte sowieso für die Themen sind.

Da die Themen teilweise tagesaktuell sind, gibt es nicht für jedes schon eine wissenschaftliche/ theoretisch-analytische Aufbereitung. So bietet z.B. das österreichische feministische Magazin an:schläge erste, wertvolle Einblicke in das Thema Caring Masculinities (Ausgabe III/2019) und „das biber“ (www.dasbiber.at), eine Zeitschrift, die in österreichischen Supermärkten ausliegt, hat auf ihrer Sommerausgabe 2020 „Männerbilder. Warum auch Männer Body Postivity brauchen“ auf ihrer Titelseite (und im Heft natürlich auch einen kurzen Bericht). Damit zusammenhängt, dass die Themen auch Vorschläge sind, die durch persönliche Interessen/Erfahrungen/Notwendigkeiten Ihrerseits erweitert werden können.

Das Seminar wird online angeboten und ist weitestgehend asynchron; kann daher nach Ihrer eigenen Zeitplanungen gestaltet. Die Literatur wird in Moodle zur Verfügung gestellt, weshalb eine Registrierung dort unerlässlich ist. Alle Arbeitsaufgaben werden dort erklärt; Links zu den regelmäßig stattfindenden Video-Konferenzen sind ebenfalls dort zu finden. Diese Videokonferenzen, die eine Diskussion der Texte und Themen ermöglichen sollen, werden unregelmäßig an Dienstagen zur festgelegten Tagen und während des angegeben Zeitraums (9.30 - 11.00h) stattfinden (nicht wöchentlich). Damit diese Videokonferenz irgendeinen positiven Effekt haben, werde diese mit thematischen Schwerpunkten in Gruppen bis maximal 10 Teilnehmer*innen stattfinden. Das werden wir per Anmeldung organisieren.

Themen (die Reihenfolge sollte möglichste nicht durcheinander gebracht werden! Jedes Thema kann aber von Ihnen ergänzt werden)

Der Katalog zur Ausstellung: Masculinities. Liberation through Photography (in der Bibliothek der khb), die vom 10. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 im Gropius-Bau gezeigt wird, bietet für (beinahe) jedes Thema reichhaltiges Fotomaterial.

1 Reizende Männlichkeit

Adonis
„Der Adonis-Mythos gilt zuallererst der Schönheit selbst, ihrer Macht und Ohnmacht, ihrem Verspechen und dem Begehren, das sich auf sie richtet, ihrer Hitze und ihrer Kälte, ihren Versuchungen und ihrem Fluch.“ (Menninghaus)
Der Apoll von Bellverde
„Ein ewiger Frühling, wie in dem glücklichen Elysien, bekleidet die reizende Männlichkeit vollkommener Jahre mit gefälliger Jugend und spielt mit sanften Zärtlichkeiten auf dem stolzen Gebäude seiner Glieder.“ (J.J. Winckelmann)
Der Barberinische Faun
„Als Gefolgsmann des Wein- und Fruchtbarkeitsgottes Dionysos ist er sozusagen angemessen besoffen und offensiv erotisch.“ (Dattenberger)

VK-Fachliches: Marion Müller: Ikonografie und Ikonologie, visuelle Kontekanalse, visuelles Framing; Annekatrin Bock et.al.: Ikonologische Kontextanalyse, in: Petersen / Schwender: Methoden zur Erforschung Visueller Kommunikation

2 Gefährdete Männlichkeit

Männerforschung – Eva Kreisky / Claudia Opitz-Belakhal
Themen:
Frauen sind von der Politik genug gefördert worden, jetzt sind die Männer drann.
„Zart bleiben“ (Fabian Hart)
Emo- und E-Boys
Body Positivity / Merb'ys
„Der zweite Blick“ - Spielarten der Liebe (Bode-Museum)
Typen:
Peer Gynt / Werther /Hamlet

VK-Fachliches: Benjamin Krämer/ Katharina Lobinge: Visuelle Authentizität und die Rolle kontextspezifischer Authentizitätsmarker in der Visuellen Kommunikation, in: Handbuch visuelle Kommunikationsforschung

3 Gefährliche Männlichkeit

Dick-tatorship
Männerphantasien
männliche Werte

VK-Fachliches: Marion G. Müller: Sozialwissenschaftliche Ansätze, in: Grundlagen der visuellen Kommunikaton

4 Lonesome Cowboys

Helden-Bilder – gerne im Film gezeigt
Colin Kaepernick – seine Follower – und die Bildtradition
Franco 'Bifo' Berardi: Helden. Über Massenmord und Suizid

VK-Fachliches: Clemens Schwender / Thomas Petersen: Lobinger: Visuelle Stereotype in der Kommunikationsforschung, in: Handbuch visuelle Kommunikationsforschung

5 Einsame Wölfe

Wie allein Lone Wolves-Terroristen auch in ihren Wohnungen sein mögen, „man darf nicht vergessen, dass sie sehr wohl Teil einer größeren Gemeinschaft von Gleichgesinnten sind – real oder virtuell oder in beiden Sphären“. (Hartleb)

Themen:
Frauenhass NSU 2.0
Incel-Morde
Red Pills

VK-Fachliches: Burkhard Wolf: Codierung von Gewalt, in: Einführung in die Kulturwissenschaft

6 Rechter Terror / domestic terrorism

Eine Chronik seit 2011 (d.h. seit der NSU-Morde und dem Massaker von Andres Beivik)
Klaus Theweleit: Das Lachen der Täter: Breivik u.a.; ders. Nachwort zur Neuauflage von: Männerphantasien

VK-Fachliches: Marion G. Müller / Thomas Knieper: Terror der Bilder – Visuelle Kommunikation in Krieg und Terrorismus, in: Handbuch visuelle Kommunikationsforschung

7 Väter / Hausvaterschaft

„Männer, die in Würde ihren Lebensunterhalt verdienten und eine Familie ernährten. Sie beweisen ihre Männlichkeit auf die älteste und ehrenhafteste Art, die Amerika kennt: als Familienernährer. Und dann verloren die Väter das alles und verspielten das Geburtsrecht der Söhne... Diese zornigen jungen Männer sind das Fußvolk der wutentbrannten Armeen, die überall auf der Welt aus dem Boden schießen.“ (Kimmel)

Falk Richter: In my room; John Burnside: Lügen über meinen Vater; Christian Baron: Ein Mann seiner Klasse;

Claudia Benthin: Kap. 2.2: Differenzierungen zwischen Schuld und Scham; Kap.: 2.3 Theorie der Schuld; Kap.: 2.4. Theorie der Scham, in: dies.: Tribunal der Blicke
Ursula Unterkofler: Wo beginnt Gewalt? (Implizite) professionelle Setzungen zwischen Gewaltfreiheit, Gewaltrelevanz und Gewalttätigkeit in Situationen offener Jugendarbeit, in: Situationen der Gewalt

8 Rassismus

„Die meisten Menschen neigen von Natur aus weder zur Reflexion noch zur Bösartigkeit, und daher hält der Weiße den Schwarzen lieber auf einem gewissen menschlichen Abstand, weil es so leichter für ihn ist, seine Unbefangenheit zu bewahren und der Möglichkeit aus dem Weg zu gehen, dass man ihn für die Verbrechen seiner Vorfahren oder Nachbarn zur Rechenschaft zieht.“ (Baldwin)

Heidrun Schulze et.al., : Sprache und Gewalt. Zu Mikropraktiken von Alltagsrassismen in der Beratung, in: Handbuch visuelle Kommunikationsforschung
Maja Sager, Diana Mulinari: Safty for whom? Exploring femonationalism and care-racism in Sweden, in: Women's Studies International Formu

9 Coronademos

„Was als Kummer, Angst, Schmerz und Sorge beginnt, wird durch sorgfältige Manipulation in politische Wut umgewandelt.“ (Kimmel)

Guillem Rico et.al: The Emotional Underpinning of Populism: How Anger and Fear Affect Populist Attitude, in: Swiss Political Science Review

10Selbst(Für)Sorge

Sophia Falkenstörfer: Die Geschichte der Fürsorge, in: dies.: Zur Relevanz der Fürsorge in Geschichte und Gegenwart
Andrea Papst: Zur Analyse von Gewalt im Spannungsverhältnis von Verletzlichkeit und Verletzungsmacht, in: Situationen der Gewalt


11 Caring Masulinities

Bei „Caring Masculinities“ gehe es um die Haltung, mit der sich Männer um sich und andere kümmern. Das Leitbild einer sorgenden Männlichkeit wird als Gewaltprävention verstanden und als Gegenkonzept zu einer auf Wehrhaftigkeit, Härte und begrenzter Empathie hinauslaufenden männlichen Geschlechtersozialisation. Sich-um-sich-selbst-und-andere-kümmern kommt ohne Gewalt aus. (Grazer Institut für Männer. Und Geschlechterforschung)

Walt Whitman: Der schöne Mann. Das Geheimnis eines gesunden Körpers

Andrew Smiler: Männlichkeit im Umbruch, in: ders. Ist Männlichkeit toxisch? Große Fragen des 21. Jahrhunderts (dkkontrovers)

Sylka Scholz / Andreas Hailmann: Caring Masculinities? Männlichkeit in der Transformation kapitalistischer Wachstumsgesellschaften



Winter Semester 2020/2021

1. study-segment

Weekday : Dienstag

Cycle : wöchentlich

Time: 09.30 h – 11.00 h

Start : 13.10.20

End : 02.02.21

Location : n.n.


Compulsory : Wahlpflicht

Precondition : Keine

Registration : In Moodle
Code: Männ3r

Examination Type : Referat und schriftliche Hausarbeit

Number of participants : 0 (0)

Hours/week : 4

Hours : 48

Module : Geschichte / Theorie visueller Kulturen

Credit Points : 4