Winter Semester 2013 / 2014,

Erasmus Policy Statement

Erasmus Policy Statement

 

Integrativer Bestandteil des Selbstverständnisses der Kunsthochschule Berlin Weißensee sind Weltoffenheit und Internationalität. Künstlerisch-gestalterisches Studium ist ohne globale Vernetzung nicht mehr vorstellbar. Einerseits entwickeln sich die Anregungen für die individuelle Qualifizierung in Kunst und Design aus dem Spannungsfeld weltweiter kultureller Traditionen. Andererseits bilden Hochschulen ihre Studierenden für einen global agierenden und vernetzten Markt aus, für den Offenheit, Mobilität und Neugierde Voraussetzung sind.

 

Internationalisierung, die Pflege guter und breitgefächerter Kooperationen in vielen Ländern, ein lebhafter Austausch der Studierenden und Lehrenden aus unterschiedlichen Ländern erleichtern das Erreichen dieser Ziele. Künstlerische und gestalterische Arbeit und Ausbildung verpflichtet sich in besonderer Weise einer gleichberechtigten interkulturellen Wissensvermittlung, der Akzeptanz von Differenz und der Förderung von Diversität und schöpft gerade aus diesen Unterschieden und internationalen Anregungen ihre ganz speziellen Ideen und Entwürfe für neue gesellschaftliche und

kulturelle Ansätze.

 

Internationalisierung und auch Internationalität betrifft alle Hochschulbereiche und muss über die Hochschule hinaus mit

Leben gefüllt werden.

Die mit der Internationalisierung verfolgten Ziele und Strategien sind

- hoher internationaler Anteil an Studierenden und die Beteiligung von Lehrenden mit internationaler Lehrerfahrung

- eine sichtbar gelebte Willkommenskultur und Teilhabe und Mitgestaltung des europäischen und weltweiten Kunst-Hochschulraums, zur Stärkung des eigenen künstlerisch/gestalterischen Profils

- stete Überprüfung und Steigerung der Studien- und Lehrqualität unter Berücksichtigung interkultureller Inhalte und

Erfahrungen

- Förderung internationaler Mobilität durch Pflege von Kooperationen in Lehre und Praxis

- Förderung der kosmopolitischen und interkulturell respektvollen Geisteshaltung und Berufsfähigkeit der AbsolventInnen im Kontext von globalem Arbeitsmarkt und internationalen künstlerischen Betätigungsfeldern.

- Förderung von weltweitem Wissenstransfer.

 

Die Mittel, diese Ziele zu erreichen sind

- Konsolidierung des globalen Netzwerks von gleichgestellten Partnerhochschulen unter Beachtung festgelegter Qualitätsstandards.

- Förderung von studienrelevanten und persönlichkeitsbildenden Auslandsaufenthalten von Studierenden.

- Förderung von Lehr- und Weiterbildungsaufenthalten des Hochschulpersonals an den Partnerhochschulen

- Steigerung der Zahl von Lehrenden mit internationaler Lehrerfahrung und interkulturell erfahrenen MitarbeiterInnen

- Steigerung der Mehrsprachigkeit in Lehre, Studium und Hochschulverwaltung.

a) Partnerhochschulen werden nach eingehender Beratung in den Fachgebieten nach Feststellung des gegenseitigen Gewinns abgeschlossen. Oft geht dem ein Besuch der Hochschullehrenden beider Einrichtungen voraus.

Auswahlkriterien sind vergleichbare Fachrichtungen, Qualitätsniveaus in der Lehre, innovative Lehrkonzeptionen, individuelle Betreuung der Studierenden, Kooperationsbereitschaft und Ausstattung der Werkstätten, Einbettung und Engagement in die lokale/regionale Gesellschaft. Zusätzlich geht die Nachfrage Studierender bzw. ihre Rückmeldungen nach erfolgtem Austausch in die permanente Überprüfung der Kooperationen ein.

 

b) Ziel der Kunsthochschule ist, lebendige Hochschulkooperationen auf jedem Kontinent zu pflegen.

Der naheliegende Schwerpunkt in geographischer Hinsicht ist Europa. 77 der 98 Hochschulpartner liegen in Europa und verfügen über eine gültige EUC. Weiterhin sieht sich Hochschule aufgrund von Tradition und Standort als Bindeglied zwischen West- und Ost-Europa. 15 Kooperationen bestehen mit Hochschulen in Bulgarien, Estland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Russland.

Die individuelle Exzellenz einer jeden Hochschule in Lehre und Betreuung ihrer Studierenden hat immer Vorrang.

 

c) Die wichtigste Zielgruppe hinsichtlich der Mobilität sind die Studierenden. Der Anteil der Outgoings soll signifikant gesteigert werden, auch über die explizite Förderung der Praxis-Auslandsaufenthalte, für eine polyglotte, interkulturelle,

ganzheitliche Vorbereitung auf die Arbeitswelt.

Da die Kunsthochschule mehr als doppelt soviel Gaststudierende annimmt als entsendet, wird durch diese Steigerung die Balance von Incomings und Outgoings gewährleistet und damit die intensive Betreuung der Gaststudierenden in

Weißensee.

Lehraufenthalte an Partnerhochschulen bringen auf beiden Seiten neue Lehr-Impulse, machen Qualitätsstandards erlebbar, befördern die kontinuierliche Selbstevaluation.

Internationaler Lehrerfahrung ist interkulturelle Sensibilisierung implizit.

Dieser Mehrwert soll auch beim sonstigen Personal erreicht werden, zur Motivation für den Arbeitsplatz und interkulturelle

und mehrsprachige Kommunikation.

Alle drei Zielgruppen können durch Auslandsaufenthalte ihre persönlichen Potenziale steigern und damit das der Hochschule.

Die Kunsthochschule Berlin Weißensee erwartet durch die Teilnahme am „EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport 2014-2020“ eine sichtbare Konsolidierung des Standorts Berlin Weißensee und ein Wachsen ihres Renommees, um so ihren aktiven Beitrag zur Vielfalt der europäischen Hochschullandschaft leisten.

 

 

 

Erwartete Auswirkungen der Strategie auf die Modernisierung der Kunsthochschule Berlin Weißensee bezüglich der politischen Ziele entsprechend der fünf Prioritäten der Modernisierungsagenda:

 

 

1.Anhebung des Bildungsgrads zur Deckung von Europas Bedarf an Akademikern und Forschern:

Dem hochschulspezifischen Zulassungsverfahren ist grundsätzlich eine Anschlussfähigkeit zu alternativen Bildungsbiographien immanent. Eine Steigerung der geregelten Durchlässigkeit und Anerkennung wird nunmehr real.

 

2.Verbesserung der Qualität und Relevanz der Hochschulbildung

Durch die Teilnahme am Programm wird das Lehrumfeld in allen Facetten bereichert und verbessert. Mit der

Qualitätssteigerung und der Vernetzung von Hochschulen international einerseits und von Hochschulen und globalem

Arbeitsmarkt anderseits wird automatisch die Anerkennung und Relevanz von Hochschulbildung verbessert.

 

3. Stärkung der Qualität durch Mobilität und grenzübergreifende Zusammenarbeit:

Mit Stärkung und Zusammenwachsen des europäischen Hochschulraumes auch durch den politischen Willen wird das

europaweite Vertrauen in exzellente Lehre und Verwaltung innerhalb der Hochschulen die Anerkennungspraxis unter

Wahrung anerkannter Qualitätsstandards weiter ausbauen.

Die kontinuierliche Schärfung des hochschuleigenen Profils und dessen transparente Darstellung, wird bei politisch

Verantwortlichen Vertrauen schaffen und die Autonomie der Entscheidungen hinsichtlich der Einladung von exzellenten

Lehrenden und Studierenden durch gesetzliche Regelungen hinsichtlich Visaerteilung und Einreise weiter fördern.

 

4.Das Wissensdreieck zur Wirkung bringen:

Verknüpfung von Hochschulbildung, Forschung und Wirtschaft im Interesse von Exzellenz und regionaler Entwicklung Die Internationalität einer Hochschule stärkt ihren Standort und den ihres regionalen Umfelds. Die regionale (Kultur-)Wirtschaft und auch das soziale Umfeld der Hochschule profitieren von den Maßnahmen.

Alle Lehrenden der Kunsthochschule verfügen über außerschulische Berufspraxis und weitläufige Netzwerke. Es gehört seit jeher zum Selbstverständnis ihrer Lehrauffassung, diese den Studierenden zur Verfügung zu stellen.

Im Zuge der Wahrnehmung von internationalen Entwicklungen hinsichtlich eines dritten Zyklusses mit dem Schwerpunkt „künstlerische Forschung“ wird dieser auch in Berlin als ein zukunftsfähiges Modell denkbar.

5. Verbesserung von Steuerung („Governance“) und Finanzierung:

Die Kunsthochschule Berlin Weißensee ist sich dieser Problematik sehr wohl bewusst. Gerade kleine Hochschulen können

nur durch Finanzierung aus öffentlicher Hand handlungsfähig bleiben.Bei der Ausweitung ihrer Finanzierung auf selbst zu

erschließende Geldgeber sind sie auf Unterstützung seitens der politisch Verantwortlichen angewiesen.

 

Leonie Baumann

Rektorin