Sommersemester 2019, BA/MA Visuelle Kommunikation VK_Startseite_2019

✎ Paradigmen, 2019

Paradigma (lat. paradigma, griech. paràdeigma) bedeutet Beispiel, Muster, Vorbild oder Erklärungsmodell, auch Weltsicht. Ein Paradigma ist eine grundsätzliche Denkweise.

 

Im Projekt suchen wir Paradigmen, die bisher einen Leitfaden für unsere eigene Arbeiten waren, oder auch in Zukunft eine Orientierung für unsere gestalterische oder künstlerische Sichtweise geben können. Dafür ist einen Austausch untereinander sinnvoll, weil jede*r von uns von unterschiedlichen Vorbildern und Wegbegleiter*innen geprägt wurde. Oft werden wir durch an uns herangetragene Muster und Trends beeinflusst: über Bücher, die wir uns anschauen, Social Media, Symposien, Ausstellungen, Veranstaltungen und Seminare.

 

Wir definieren die Kriterien und Zielgruppen, die uns wichtig sind. Geht es zum Beispiel an erster Stelle um prägende visuelle Qualität, oder eher um Haltung in der Gestaltung? Wir schauen uns an, welche bemerkenswerten Gestalter*innen uns inspirieren: jung oder alt, bekannt oder weniger bekannt, im In- oder Ausland.

Wir entscheiden gemeinsam in der Gruppe, welche gegenwärtigen Gestalter*innen, Typograf*innen oder Zeichner*innen kontaktiert werden.

 

Im Laufe des Projekts wird eine kleine Dokumentation, bzw. ein visuelles Essay über die Vorbilder und deren Arbeit und visuelle Haltung geführt. Beispielsweise anhand von Material aus Büchern, dem Internet, einem Interview per Email oder Skype, oder evt. auch einem persönlichen Besuch.Die Arbeitsweise und die verwendeten Medien, Techniken und Visualisierungsmethoden (z.B. zeichnerisch, fotografisch, filmisch, typografisch) sind freigestellt.

Teilnehmer Bilge Emiroglu, Jelena Milunović, Lea Chiara Donner, Merle Dammhayn, Tess Meyer
ProjektkategorieSemesterprojekt Projekt-Fächer BA/MA Visuelle Kommunikation
51:51 – Ein Interview mit Sandra Doeller
51:51 – Ein Interview mit Sandra Doeller
Ich habe mich für Sandra Doeller entschieden, da ich ihre Arbeiten seit mehreren Jahren verfolge und auch, im Rahmen eines Uni-Projekts
an der HfK Bremen, mit ihr zusammen arbeiten konnte. Ihre sehr konzeptionelle, reduzierte Gestaltung empfinde ich als sehr inspirierend und erfrischend.

Der Fragenkatalog wurde individuell für jede Person angefertigt. Ich haben meinen Fokus auf ihre Arbeiten, die Selbstständigkeit und die Rolle der Frau in der Gestaltungsszene gelegt.
Unsere Interviews wurden sowohl persönlich als auch via Skype oder Mail geführt. Ich hatte das Glück, dass ich Sandra Doeller in ihrem Büro in Frankfurt besuchen durfte und wir das Interview vor Ort führen konnten. Die Tonaufnahme des Interview wurde danach von mir verschriftlicht und in eine passende gestalterische Form gebracht. Das Format der Publikation wurde vorab im Kurs beschlossen. Art und Gestaltung der Publikation war jeder Studentin freigestellt.
Ich habe die Form Leporello gewählt. Das Leporello bietet eine fortlaufende Fläche, die den Gesprächsfluss wiederaufgreift und durch die Zick-Zack-Form den Dialog zweier Personen unterstreicht. Gestalterisch habe ich mich von Sandra Doeller und ihrem Projekt für das Museum Angewandte Kunst »Give Love Back« inspirieren lassen und versucht gestalterische Elemente in meinem Stil zu übersetzen.
Gedruckt wurde die Publikation in 1/0-farbig (schwarz-weiß) auf gelben Neon-Papier.
Alle Rechte vorbehalten Johanna Raab
Frank Höhne
Frank Höhne
Ich entschied mich dafür den Illustrator Frank Höhne zu interviewen, da er seit vielen Jahren eins meiner größten Vorbilder im Bereich Illustration ist. Zudem lebt er in Berlin, was eine persönliche Begegnung ermöglichte. Auf seine Einladung hin, fand das Interview bei Frank Höhne zu Hause statt.
Im Vorhinein hatte ich mir überlegt, dass ein rein auditives Interview nicht passend wäre. Ich wollte zum einen, dass in dem Heft Illustrationen von Frank Höhne zu sehen sind, da wir im Gespräch über den Akt des Zeichnens sprechen. Zum anderen, wollte ich die Stimmung während des Interviews auflockern. Deshalb entschied ich mich dafür, in meinen Interview ein paar Fragen einzubauen, auf die Höhne direkt mit einer Zeichnung antworten sollte. Damit es etwas spannender wird, habe ich mich dafür entschieden große Blätter zu wählen und zwischen ihn und mich auf einen Tisch zu legen. Darauf würde er von seiner, und ich von meiner Seite aus, zeichnen. So ergaben sich am Ende mehrere große Bilder, auf denen sich unsere Zeichnungen zu unterschiedlichen Teilbereichen des Interviews mischen, aufeinander eingehen und sich gegenseitig kommentieren.
Für die finale Gestaltung wollte ich stilistisch nah an den von uns gezeichneten Illustrationen bleiben. Die Interview-Fragen schrieb ich von Hand und zeichnete Sprechblase um sie herum, die Seitenzahlen zeichnete ich ebenso von Hand. Passend zu den Textpassagen habe ich die zutreffenden Bildteile als Ausschnitte auf die nebenliegende Seite platziert. Den Umschlag der Hefte habe ich gesiebdruckt und die Hefte von Hand gebunden.
Alle Rechte vorbehalten Lea Donner
Jochen Gerner
Jochen Gerner

Alle Rechte vorbehalten Tess Meyer
Max Baitinger
Max Baitinger
von Bilge Emiroğlu
Alle Rechte vorbehalten
Georges Schwizgebel
Georges Schwizgebel
von Jelena Milunoviç
Alle Rechte vorbehalten Jelena Milunoviç