Sommersemester 2015, BA/MA Textil- und Flächendesign CAD-Werkstatt

Resonanzräume

Könnte Natürlichkeit mit künstlichen Materialien kreiert werden? An welchem Punkt wird das Künstliche natürlich? Ist es möglich ein immaterielles Material herzustellen, das sich lebendig verhält? Was ist die Natur einer vom Menschen geschöpften Welt? Kann es sein, dass das Leben eine Perspektive der Sinne ist?

 

Die Suche nach einem erweiterten Wahrnehmen hat mich zu der Idee von Materialien geführt, die selbständig mit ihrer Umgebung interagieren. Ein Aspekt möglicher Interaktion ist Bewegung. In der organischen Welt ist diese von der Elastizität der Materie abhängig. Kann diese Regel auch auf die „unbelebte“ Welt übertragen werden?

 

Um diese Frage zu beantworten, habe ich die Transformation von unelastischen Materialien in elastische untersucht. Dazu habe ich regelmäßige geometrische Muster entworfen, die, in eigentlich unelastische Materialien geschnitten, deren Ausdehnung und Formveränderung ermöglichen. Die Muster wurden in Materialien mit unterschiedlicher Stärke und Steifigkeit getestet. Am größten war die Elastizität bei stark gekurvten Linien, die in dünne und steife Kunststoffplatten geschnitten wurden.

 

Die Resultate haben mich zu einer weiteren Untersuchung der sensorischen Eigenschaften dieser transformierten Materialien geführt. Das elastische Verhalten steifer Materialien ermöglicht Bewegungen, die sich auf mehreren Ebenen mit ihrem Kontext synchronisieren – optisch, haptisch und kinästhetisch. Ausgeführt in Polypropylen, Polyester und Acrylglas, verschmilzt die entstandene Kollektion von Materialien den Begriff von „künstlich“ mit der entfalteten organischen Sensorik. Ein Grundprinzip der neuentstandenen Ästhetik ist, dass das „Natürliche“ von einem präzisen Prototyping bestimmt wird.

 

Im Kontext des menschlichen Körpers sind die Materialien mit seinen Bewegungen synchronisiert. Es kann sein, dass die Geometrie des Musters, optischen Täuschungen ähnlich, passiv mit der Psyche interagiert. Könnte in dieser Art und Weise eine wohltuende Resonanz zwischen Körper und Material entstehen? Würde diese Resonanz eine neue sensorische Funktionalität bestimmen?

 

Dafna Stoilkova

Teilnehmer Dafna Stoilkova
Betreuung Prof. Dr. Zane Berzina, Veronika Maria Aumann, Julia Wolf
ProjektkategorieSemesterprojekt Projekt-Fächer BA/MA Textil- und Flächendesign
Oberfläche #1
Oberfläche #1
Dehnbare Oberfläche im Raum
Alle Rechte vorbehalten
Oberfläche #1
Oberfläche #1
Dehnbare Oberfläche auf dem Körper
Alle Rechte vorbehalten
Oberfläche #1
Oberfläche #1
Dehnbare Oberfläche auf dem Körper
Alle Rechte vorbehalten
Oberfläche #2
Oberfläche #2
Dehnbare Oberfläche im Raum
Alle Rechte vorbehalten
Oberfläche #2
Oberfläche #2
Dehnbare Oberfläche auf dem Körper
Alle Rechte vorbehalten
Oberfläche #3
Oberfläche #3
Oberfläche auf dem Körper
Alle Rechte vorbehalten