Sommersemester 2011, BA/MA Visuelle Kommunikation , BA/MA Textil- und Flächendesign GreenLab

GREEN DESIGN 2.0: Time Tracing

Carmen Panizzo

Time Tracing

Keywords: Verschwinden/Wiederentdecken, Linie/Faden/Zeichnung, Berlin/Ruinen, Naturschichtung, Auflösungsprozess, Aufdecken/Zeit

Konzept:

Ruinen haben schon immer eines starke Anziehungskraft auf mich ausgeübt, und als ich 2008 nach Berlin kam, merkte ich, dass die Stadt aus diesem Grunde wirklich sehr inspirierend für mich werden würde. Ruinen erscheinen mir wie ein architektonisches Skelett, das den Auflösungsprozess der Natur offenlegt, das Verschwinden von etwas in verschiedenen Zeitschichten.

Während dieses Projekts ist mir klar geworden, wie viele Leute von diesen verlassenen Orten angezogen werden, und dass die Suche nach diesem Zeit-Prozess, den man dort wahrnehmen kann, unbewusst bei allen Menschen eine Rolle spielt; durch ihn entsteht eine Verbindung mit den Prozessen der Natur und dem realen Verlauf von Zeit, der unmittelbar sichtbar wird, aber gleichzeitig auch sehr langsam ist. Daraus bildete sich mein neuer Ansatz nach den Ruinen: „Wie kann ich das Unsichtbare sichtbar machen? Die verschiedenen Ebenen der Zeit?“

An diesem Punkt bemerkte ich, wie wichtig die Bewegung des Herumgehens an diesen Orten für meine Erfahrung war, denn es ist das Gehen, über das die Entdeckung des Ortes stattfindet, und das ergibt wieder ein andere Form von Zeit-Prozess: „eine Geh-Zeit“, die zum schon sichtbaren Prozess der Altersschichten eines alten und verlassenen Gebäudes hinzukommt. Es sind zwei Prozesse, die zusammenkommen und Zeit ausdrücken.

Kartografie ist Zeit, die in Linien abstrahiert ist, stellt einen Raum dar und deckt Informationen über ihn auf. Mit diesem Gedanken begann ich, meine Zeit in Berlin seit meiner Ankunft 2008 zurückzuverfolgen. Ich übertrug jedes Jahr in ein an der Karte von Berlin angelehntes System von Linien mit abgestuften Farbtönen (von weiß bis schwarz), die die unterschiedliche Intensität der Erinnerung ausdrücken. Im April 2011, mit dem Start des Projekts, fing ich an, jeden einzelnen Tag aufzuzeichnen und übertrug diese Spur der einzelnen Tage in eine Linie, die sich von der Ebene der Karte abhebt und in den Raum zieht. Ich habe diesen Aufzeichnungsprozess durch einen Erinnerungsprozess ergänzt, der auf visuellen und emotionalen Zeichnungen der für mich in dieser Stadt inspirierendsten Gebäude basiert.

In diesen Tagen tiefgehender Entdeckungen durch das Wandern sammelte ich auch Gegenstände, die ich vorfand und die mit der Bewegung durch den Raum und den Ort in Beziehung stehen. In diesen Gegenständen, die den Abschluss dieser Art einer Übersetzung von Zeiterfahrung bilden, ist das Gedächtnis von Zeit und Textur offenkundig, sie sind die Verbindungsglieder zwischen all diesen verschiedenen Erfahrungsebenen. Während ich diesen Objekte gesammelt habe, dachte ich, dass es eine gute Tasche genau was man braucht beim Spazieren ist. Also ich habe das “Slow-Bag” für Berlin gestellt, ich druckte auf Seide die Berliner Karte und mit Clips wandte ich sie auf eine fertige Baumwolle-Einkaufstasche aus. Auf diese Tasche konnte ich jeden Tag meine Bewegung in die Statt markieren, damit realisierte ich eine Version meines Projektes von “Time and Space Tracing” zu mitnehmen. Man sollte eigentlich eine solche Tasche nie weg schmeißen, also dass man könnte auch darauf seine Bewegungen in die Statt ansehen.

ProjektkategorieSemesterprojekt Projekt-Fächer BA/MA Visuelle Kommunikation, BA/MA Textil- und Flächendesign
Installation view
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Gefundene Objekte Upcycling
Gefundene Objekte Upcycling
Time Tracing Tasche
Time Tracing Tasche
Time Tracing Tasche
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